Gaststätten dürfen langsam wieder öffnen, die ersten Gottesdienste laufen wieder an und die Spielplätze sind wieder zugänglich. Halleluja!
 
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Aber alles natürlich im Rahmen der vorgegebenen Abstands- und Hygieneregeln. Aber wie lange uns diese noch begleiten werden oder wann die nächsten Lockerungen oder auch vielleicht wieder strengeren Maßnahme kommen, das steht in den Sternen.
Fahrpläne und weit einsichtige Wege sind gerade dünn gesät.
Das mit den richtigen Wegen ist nicht immer so einfach.
Davon erzählt auch das heutige Evangelium….
 
„Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen?“ Wieder einmal ist es der gute Apostel Thomas, der die richtigen Fragen stellt. Wieder einmal sagt er das, was die anderen vielleicht auch denken, aber sich vielleicht auch nicht trauen zu fragen.
Jesus tut so, als wäre der Weg und seine Nachfolge völlig klar. Schön wär’s.
Aus Thomas spricht hier auch mein Bedürfnis im Leben und Glauben nach einem klaren Fahrplan, einer Landkarte oder einer Wegbeschreibung.
Doch Jesu Antwort hört sich gar nicht so fahrplanmäßig und klar an:
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
 
Na, toll. Wegbeschreibung? Fehlanzeige. Aber für mich ist das ein Hinweis, mich an ihn zu halten. Auf seine Begleitung zu vertrauen. Dass er in dieser ganzen Wegsuche, in dem Herausfinden, was gerade die richtigen und wahren Aussagen sind und was nicht, in meiner Sehnsucht nach mehr Leben, dass er dort überall dabei ist.
Klar, ich weiß, dass klingt leider ein wenig einfach und nach einer pastoralen Floskel.
Aber ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht und vertraue auf diese Erfahrung, dass mein Glaube, meine Christusbeziehung, mein Suchen im Gebet und das Lesen der Bibel mir Orientierung geben können.
Leider nicht immer so viel und so weit, wie ich es gerne hätte, manchmal leise, manchmal nur einen Schritt weit, manchmal lässt das auch ein wenig auf sich warten, aber doch immer wieder beständig und zuverlässig.
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
Ob das die Antwort ist, die Thomas hören wollte und die ich hören will?
Ich weiß nicht.
 
Aber ich weiß, dass sie genügt.
Für heute.
Und morgen frage ich mit Thomas nochmal und dann schauen wir weiter und kriegen das schon irgendwie hin.
 
Euch allen eine gute Woche. Liebe Grüße, Wolfgang
 
 
Foto: Annie Spratt - unsplash