Vielleicht kennt ihr das auch: Menschen, die einem auch in Zeiten der Kontaktbeschränkungen zu nahekommen – ganz körperlich beim Einkaufen oder im Bus. Oder persönlich und emotional in Gesprächen, mit Themen oder Fragen. Da wünsch ich mir manchmal beinah einen „Abstandshalter“.

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Doch vielmehr als ein Zuviel an Nähe beschäftigt mich in den letzten Tagen, wie ich in Zeiten von „Abstand-Halten“ Verbindung und Miteinander leben kann. Alles passiert irgendwie „from a distance“ – Gespräche über den Bildschirm oder das Telefon, zufällige Begegnungen auf 2 Meter Abstand, angedeutete Umarmungen… Klar ist Nähe zwischen Menschen so viel mehr, als im gleichen Raum zu sein, sich unvermittelt zu sehen oder sich zu berühren. Ich kann miteinander kreativ sein und Ideen spinnen, eine gemeinsame Geschichte voller geteilter Erfahrungen haben, mich emotional einem Menschen verbunden fühlen. Das miteinander zu teilen ist wertvoll. Doch manchmal ist eine Umarmung einfach mehr als tausend Worte – und das fehlt.

Im heutigen Evangelium (Joh 14,15-21) wird die Beziehung zwischen Gott und den Menschen beschrieben, es geht um den Geist, der alle miteinander verbindet. Jesus spricht davon, dass er sich von seinen Jünger*innen entfernen wird. Doch die neue Beziehung soll kein Miteinander auf Distanz werden – Jesus beim Vater (im Himmel), die Jünger*innen in der Welt. Vielmehr spricht er von einer neuen Verbindung, in der die Grenzen beinah zu verschwimmen scheinen: Durch den Geist geschieht Miteinander und Nähe.

Ich bin froh, dass Gott nicht auf Distanz bleibt, sondern durch den Geist mir und uns nahe sein will. Und darin steckt für mich auch die Aufgabe, inmitten der Welt und der Gesellschaft zu leben, mich einzubringen in Miteinander und Zusammenleben.

Was bring ich ein ins Miteinander und wo brauch ich mehr Abstand und wann spüre ich die Nähe Gottes? Meine Fragen für die nächste Woche.

Euch eine gute Zeit, Kerstin

Mein Ohrwurm, natürlich, „from a distance“: https://www.youtube.com/watch?v=lN4AcFzxtdE

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