Statement zu den sogenannten Hochschultagen

Die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) und Katholische Hochschulgemeinde (KHG) beobachten mit Sorge, wie bei den sogenannten Hochschultagen unter dem Banner von Christ:innentum und Glaube Referent:innen eine Bühne geboten wird, die wiederholt antipluralistische, fundamentalistische, queerfeindliche und antifeministische Botschaften verbreiten. Die Veranstalter:innen der sog. Hochschultage bezeichnen sich selbst als „Vereinigung christlicher Hochschulgruppen“1. Es ist uns als Hochschulgemeinden der evangelischen Landeskirche Württemberg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart wichtig, uns von den Veranstalter:innen und deren Verständnis von Glaube und Christ:innentum klar zu distanzieren. Als ESG und KHG verstehen wir christlichen Glauben als stetiges Hinterfragen, eine Pluralität von Haltungen und Meinungen und sind der festen Überzeugung, dass Diskriminierung jeglicher Art keinen Platz in unseren Gemeinden haben darf. Daher wollen wir ein Ort der kritischen Auseinandersetzung mit Glaube, Kirche, Gesellschaft und Politik sein. Auch betrachten wir es mit großer Sorge, wie fundamentalistisch-christliche Kreise offen als Brückenbauer:innen für rechts-konservative bis rechtsextremistische Positionen fungieren. Jana Hochhalter, eine der prominentesten Redner:innen der sog. Hochschultage, hetzt in ihrem Podcast „In Zeiten wie diesen“ und auf ihrem Instagram-Account gegen Queere Christ:innen, Abtreibung und die Gleichberechtigung von Mann und Frau2. Im Verlag eines weiteren Referenten der sog. Hochschultage, Dominik Klenk, werden szenetypische Werke gegen den „Genderwahn“ und die „Islamisierung des Abendlandes“ publiziert3. Es macht uns wütend und traurig, wenn die Botschaft von Christ:innentum und Glaube für Ausgrenzung und Diskriminierung instrumentalisiert wird. „Die Menschenwürde ist der Glutkern des christlichen Menschenbildes und der Anker unserer Verfassungsordnung.“4 Dieses Zitat der deutschen Bischofskonferenz beschreibt, warum wir uns von den sog. Hochschultagen und deren Referent:innen in aller Deutlichkeit abgrenzen. Wir rufen zur Teilnahme an der Gegenkundgebung am Dienstag, 11.6. um 18:15 Uhr vor dem Kupferbau auf.